Journal

Kurz erklärt: Die Idee

Was ist eine Idee?
Zuallererst ist sie ein guter Freund des Gestalters. Gleichzeitig ist sie der Grund für tausend Missverständnisse.

Über den Autor

Kay Krause
Geschäftsführer, KOCMOC

Berater für Marken-Kommunikation und Marken-Entwicklung.
Kay und sein Team gestalten die interne und externe Kommunikation klitzekleiner und riesiger Unternehmen, setzen Produkte in Szene und konzipieren Erscheinungsbilder. Von der Anwaltskanzlei bis zum Automobilkonzern, für Bäckerei und Bestattungswesen, Heilpraktiker und Universitätsklinikum.

Warum?

Es geht in unserem Beruf nicht allein darum, möglichst viele Ideen zu haben. Je abgefahrener desto besser? Blödsinn. Solche Ideen bringen uns vielleicht Designpreise. Aber unseren Kunden bringen sie wahrscheinlich nichts.

Es wird immer wieder vergessen (oder romantisch verklärt): Designagenturen arbeiten für Menschen, die gute Kommunikation brauchen. Nicht für die eigene Galerie.

Ich habe übrigens auch nichts gegen Designpreise. Die sind wertvoll, wenn sie für etwas Brauchbares, etwas Wirkungsvolles verliehen wurden.

Gutes Design ist brauchbar und wirkungsvoll.

Wie kommt man an eine Idee, wenn man dringend eine braucht?

Das werde ich immer wieder gefragt. Dabei ist die Idee gar nicht das große Ding.

Viel kniffliger ist es, herauszufinden, was unser Design tatsächlich leisten soll. Und wenn man wirklich ein Gefühl dafür hat, wen man bei welcher Gelegenheit erreichen will, dann ist die Idee ein sehr kleiner Schritt. Ein wichtiger. Aber einer, der auch abends beim Bier mit Freunden, bei der Lieblingsserie, beim Spazieren oder, wie so oft gerühmt, unter der Dusche kommen darf. Oder eben doch am Schreibtisch.

Ein Mangel an Ideen ist ein Mangel an Leichtigkeit und an Interesse an der Welt.

Ich meine das sehr ernst. Menschen mit breit gefächerten Interessen haben gute Ideen. Wenn sie dann auch noch Spaß daran haben, einfach mal so etwas auszuprobieren (und nicht nur in Gedanken), dann sind sie die „Kreativen“, die man so bewundert. Auch ohne Kreativtechnik-Seminar.

Außerdem geht es nicht um die (eine) Idee. In Wahrheit braucht man etliche.

Und dann bedarf es des Handwerkszeugs mit dem man herausbekommt, welche die richtige ist. Das ist viel wichtiger. Das kann auch mal weh tun. Nämlich dann, wenn eine der heißesten Ideen auf einmal nicht funktioniert.
Hierfür haben wir selbst zum Beispiel eine sehr ausgereifte Kultur entwickelt. Wichtigstes Mittel dabei ist das Prototyping. Hier wird ausprobiert, ob die Idee an den Stellen trägt, wo sie wirksam werden soll.

Kann man Ideen verwalten?

Die Frage ist doch, ob man es tun sollte.
Wir wertschätzen unsere Ideen, indem wir sie umsetzen, oder sie zumindest in die Entwurfphase einbeziehen. Soweit, wie sie funktionieren. Stellt sich eine Idee dabei als nutzlos heraus, kommt sie in den Mülleimer. Es gibt keinen Grund, sie dann noch zu verwalten.

Kann man sie später noch gebrauchen, wird man sich an sie erinnern. Garantiert.

Ich habe eine Idee: Was mache ich jetzt?

Keine Panik. Das ist etwas Wunderbares. Ich empfehle diese Schritte:

  1. Sich daran erfreuen.
  2. Ein bisschen stolz sein – „Cool, ich kann Ideen haben!“ (Das macht Leichtigkeit. s.o.)

Und wenn diese Idee wirklich im Kopf hängen bleibt

  1. Etwas daraus machen. Ein Geschenk für die Schwiegermutter basteln oder ein neues Produkt für die Firma. Abends in der Kneipe erzählen oder in der Vorstandssitzung. Ins Tagebuch schreiben oder zum Patent anmelden. Sie werden schon sehen, die Idee bewirkt etwas …

Viel Spaß dabei!

Über den Autor

Kay Krause
Geschäftsführer, KOCMOC

Berater für Marken-Kommunikation und Marken-Entwicklung.
Kay und sein Team gestalten die interne und externe Kommunikation klitzekleiner und riesiger Unternehmen, setzen Produkte in Szene und konzipieren Erscheinungsbilder. Von der Anwaltskanzlei bis zum Automobilkonzern, für Bäckerei und Bestattungswesen, Heilpraktiker und Universitätsklinikum.