Museum der Zukunft gezeigt am virtuellen Konzept des neuen Naturkundemuseum Leipzig

Staubige Museums-Idylle? Langweilige Vitrinenlandschaften? Muffiger Raumduft á la Antiquariat? Im blinkenden Multimediazeitalter wirken einige Museen wie prähistorische Flugsaurier – eingestaubt, ausgestopft und abgehängt.

Wir schütteln den Kopf. Nein, wenn wir an das Museum von morgen denken, haben wir ein ganz anderes Bild vor Augen.

Und ja: Ein Museum kann Wow-Effekte auslösen wie ein Computerspiel mit Virtual Reality. Davon sind wir überzeugt. Und daran arbeiten wir gerade. Gemeinsam mit dem Naturkundemuseum Leipzig konzeptionieren und bauen wir das neue Naturkundemuseum mit VR und futuristischen Wow-Effekten, die wirken.

Bleiben Sie unbedingt auf Empfang, es wird großartig!

Aller Anfang ist visionär 

2017 trafen wir uns mit dem Direktor des aktuellen Naturkundemuseums Leipzig. Er hatte Visionen. Großartige Visionen. Und er war auf der Suche nach einer guten Design-Agentur als kreativen Partner.

Sein Traum: Ein großes, topmodernes Naturkundemuseum in Leipzig bauen. Ein Leitmuseum, das in die Welt strahlt. Ein Ort für die riesengroße – bisher größtenteils ungezeigte – Sammlung weltweit bedeutender Exponate. Und all das kreativ inszeniert mit spannenden Präsentationen. Ein Magnet für nationale und internationale Besucher. Anziehungspunkt und Ort der Begeisterung. Das neue GROßE Naturkundemuseum Leipzig.

KOCMOC, wie können wir das schaffen?

Das erste Problem, das nach Lösung schrie, war die räumliche Enge des aktuellen Naturkundemuseum. Ganz oben auf der Wunschliste des Direktors stand deshalb ein größeres und barrierefreies Domizil.

Der sprichwörtliche Schlüssel zu einem neuen Haus lag im Stadtrat.

Schritt 1: Lass uns die Stadt überzeugen

Mehrere Leipziger Agenturen machten Vorschläge für die Konzeptpräsentation vor dem Stadtrat. Wir entwickelten ein Virtual-Reality-Konzept.

Der Vorteil: Jeder Betrachter kann sofort hautnah in das neue Naturkundemuseum eintauchen. Zeigen statt erklären. Ideen räumlich greifbar machen. Emotionen auslösen. Potenziale von Inszenierungen virtuell erleben.

So präsentieren wir mit Virtual Reality Design die Gestaltung für Museen und Ausstellung
Andreas Baumbach

Andreas Baumbach

Ansprechpartner

Wir kreierten also den Virtual-Reality-Schlüssel für das Kopfkino der Entscheider. 

Und der Plan ging auf. Erfolg auf ganzer Linie.

Nachdem die Stadträte und der Bürgermeister die VR-Brillen abgenommen hatten, erhielt das Konzept für das neue Naturkundemuseum eine Zustimmung von 100 Prozent. Wow!

Daraufhin gab es einen Stadtratsbeschluss. Er war gleichzeitig der Startschuss für das futuristische Projekt „Neues Naturkundemuseum Leipzig“. 

Großartig! 

Schritt 2: Europaweiter Design-Wettbewerb

Eben noch Stadtmeisterschaft, jetzt plötzlich Champions League. Nach dem Erfolg bei der Stadtratspräsentation drehte sich das Projekt nun in rasanter Geschwindigkeit 10 Stockwerke nach oben.  

Ein europaweiter Design-Wettbewerb wurde gestartet. Über 30 Design-Agenturen aus ganz Europa kreierten nun Kopf an Kopf das Konzept für das neue Naturkundemuseum Leipzig. KOCMOC mittendrin.

Es hieß also: weiter am Konzept feilen, mehr Dimensionen reinbringen, neue Möglichkeiten öffnen und, und, und. Unser Projektteam umfasste Designer, Ausstellungsgestalter, Architekten, Media-Designer und VR-Profis.

Fünf Agenturen kamen in die engere Wahl. In einem zweistufigen Verfahren wurden die Konzepte vor der Stadt Leipzig und dem Naturkundemuseum präsentiert.

Wir haben gewonnen.

Schritt 3: Jetzt geht’s richtig los

Es geht los. Mit unserem Konzept im Gepäck wurden wir 2017 zum festen Bestandteil des Ausstellungsteams. Beziehungen wurden enger. Gedankenbahnen wurden direkt vernetzt. Ein gemeinsamer kreativer Spielplatz entstand.

Zwischen wöchentlichen Jour Fixes und Recherche-Reisen in europäische Leitmuseen entwickelten wir in zahleichen Workshops den Markenkern und die Design-DNA des neuen Naturkundemuseums.

Es entstanden Leitsätze wie: „Das neue Naturkundemuseum ist ein lebendiger, interaktiver Organismus.“

Diese Markenkernsätze dienen als Schablone für alle möglichen Darstellungsformen – wie zum Beispiel die Fogscreen-Idee.

Auf Nebel projiziert wird das Mammut, dessen Skelett zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Nähe von Borna entdeckt wurde. Es bewegt sich zunächst in seiner urzeitlichen Lebenswelt. Dann ein Sprung in die Neuzeit. Der Betrachter wird plötzlich mit einem Knall an die  Bombennächten des zweiten Weltkriegs erinnert. Die Bomben fielen damals auch auf das Naturkundemuseum. Der Nebel des Fogscreen verschwindet und die tatsächlich am Boden des Museum liegenden Mammutknochen werden sichtbar. Eine faszinierende Verbindung von Naturgeschichte, Menschheitsgeschichte (Krieg) und regionaler Geschichte.  

Andere Leitsätze wie „Das neue Naturkundemuseum setzt Maßstäbe“ zielen zum Beispiel auf interessante neue Inszenierungsmöglichkeiten.

Hier arbeiten wir gerade an der Darstellung der Nahrungskette als kunstvoll in sich verschlungene Säule aus Tieren in Anlehnung an den weltberühmten Tierpräparator Herman H. ter Meer.

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Entwurf Tier-Skulptur Naturkundemueseum Leipzig in Anlehnung an Herman H. ter Meer

Unsere Designer entwickeln Hand in Hand mit den Präparatoren die weltweit größte Skulptur aus Tierpräparaten. Der Vorteil: In unserer digitalen Entwicklungsumgebung können wir jedes Detail der dargestellten Tiere, jede Bewegung und die Gesamtdynamik der Skulptur variabel ausprobieren.  

Gleichzeitig können die Präparatoren und Kuratoren die riesige Skulptur mit Virtual Reality eins zu eins aus allen Perspektiven betrachten. Welche Wirkung entsteht? Von wo sieht man was? Gibt es Stellen, die unlogisch sind? Solche Fragen können wir schon im Vorfeld mit Hilfe von Virtual Reality detailliert beantworten.      

Apropos Details: Um uns in die vielen kleinen Besucher zu versetzen, nutzen wir auch VR. Virtual Reality simuliert dabei die Raumperspektive der kindlichen Wahrnehmung. Oder der Rollstuhlfahrer. Neue Perspektiven. Neue Blickwinkel. Wirkung auf allen erdenklichen Ebenen.

Ideen sprudeln …

Unsere Designer und Ausstellungsvirtuosen entwickeln permanent neue kreative Ansätze, von denen die meisten noch streng geheim sind. Also psssssst!

Aktuell befinden wir uns in der heißen Phase, was die Suche nach der idealen Immobilie angeht. Wir unterstützen das Museum bei der Zusammenarbeit mit den Architekten und Statikern und formulieren gemeinsam mit dem Museum die Anforderungen der Ausstellung an das neue Ausstellungsgebäude

Dabei geht es um konkrete Fragen wie: Ist diese Immobilie geeignet? Passt die große Eisschollenvitrine in die Räumlichkeit? Hält die Geschossdecke unserer meterhohen Tiersäule stand? 

Wir sind am Tun.

Tolle Dinge zeichnen sich ab.

Sie dürfen gespannt sein

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Andreas Baumbach

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Man kann auch weitermachen, wenn es am schönsten ist.

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